Beleidigte Rechtsansprüche – ihre Logik und ihre Fehler

„Wer vom Klassenantagonismus und der Ursache von Arbeitslosigkeit in der Kapitalkonkurrenz nichts wissen will, wird Armut und Verwahrlosung den Betroffenen als ihre individuelle oder kollektive (Fehl-)Leistung zurechnen.“[1] Der Zusammenhang dieser unschönen Erscheinungen mit der bürgerlichen Gesellschaft wird also geleugnet, wenn man Armut und Verwahrlosung zum individuellen Versagen jener erklärt, die davon betroffen sind. Um diesen Zusammenhang zu leugnen, muss man den Armen ihre Armut zur Last legen. Ähnlich verhält es sich mit dem Nationalismus, der immer dann eine individuelle Fehlleistung sein soll, wenn er sich auf eine Art und Weise betätigt, die von der nationalen Obrigkeit nicht erwünscht ist. Auch hier soll dessen Zusammenhang mit dem Anliegen, in der bürgerlichen Gesellschaft seinen Erfolg zu suchen und den bürgerlichen Staat als Bedingung dafür zu würdigen, geleugnet werden. Weiterlesen

[1] Renate Dillmann/Arian Schiffer-Nasserie: Der soziale Staat. Über nützliche Armut und ihre Verwaltung, Hamburg 2018, S. 213

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*