Der skandalumwobene Herr Kickl

Vor einiger Zeit hat Herr Kickl wieder einmal den Unmut aller wohlmeinenden Menschen auf sich gezogen, die sich zur Verteidigung des Guten, Wahren und Schönen gegen dessen Angriffe berufen fühlen. Er hat nämlich eine Aussage getroffen, die so schlicht und einfach wie wahr ist, jedoch den guten Glauben, der über das hiesige Staatswesen herrscht, ins Mark erschüttert hat. Er hat es doch glatt gewagt, darauf hinzuweisen, dass das Recht der Politik folgt und nicht umgekehrt! Weiterlesen

Faire Mathematik-Matura und Ethikunterricht

Wien, 32. 1. 2019

Die österreichische Regierung hat die Absicht kundgetan, dem Nachwuchs einen Ethikunterricht[1] und eine faire Mathematik-Matura[2] zu spendieren. Sie gesteht damit auch ein, dass es sich bei der Mathematik-Matura seit der Einführung der Zentralmatura vor ungefähr vier Jahren um eine unfaire Angelegenheit gehandelt hat. Das ist wenig erstaunlich, hat man doch bereits während der Vorbereitungen der Zentralmatura in Lehrerkreisen vernommen, dass sich im Bereich „Mathematik“ einiges zusammenbraut. Eines der wesentlichen Probleme ist auch von Anfang an die Mehrdeutigkeit sprachlicher Formulierungen gewesen, weswegen es ein Anliegen dieser faireren Matura sein soll, für mehr Verständlichkeit zu sorgen. Weiterlesen



Bundeskanzler Sebastian Kurz: Kampf dem Defätismus!

Wien, 21. 1. 2019

In einem Interview mit der Zeitung Welt am Sonntag beklagt Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz einen zaudernden Umgang mit den Herausforderungen neuer technologischer Entwicklungen: „Wann immer wir etwas Neues angehen, dann fokussieren wir uns zu stark auf die Risiken und auf ihre Beherrschung, statt die Chancen im Blick zu behalten. Das Ergebnis ist Überregulierung, die Innovationen hemmt.“[1] Kurz spricht seinen Landleuten also Mut zu, er fordert sein Volk auf, Veränderungen nicht als Risiko, sondern als Chance zu betrachten und anzugehen. Weiterlesen



[1] Kronen Zeitung, 20. 1. 2019, https://www.krone.at/1847230, aufgerufen am 21. 1. 2019

Bildungskatastrophen am Beispiel politischer Diskussionsbeiträge

Wien, 8. 1. 2019

In letzter Zeit sind einige Stellungnahmen zu vernehmen, die es sich mit ihrer „Kritik“ bemerkenswert einfach machen und so für die Verbreitung des falschen Urteils sorgen, dass Kritik eine einfache Angelegenheit sei, die jeder beherrsche. Ein Beispiel dafür ist das Video der SPÖ[1] zur Kritik der Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ, worin das Rezept für deren politischen Erfolg bloßgestellt werden soll. So lautet der erste Tipp für eine erfolgreiche schwarz-blaue Regierung: „Finde eine Minderheit und mach sie zum Sündenbock.“ Man erfährt nicht einmal, weshalb diese Suche so einfach sei und wofür diese Minderheit zum Sündenbock gemacht werde. Weiterlesen


[1] Kleine Zeitung vom 8. 12. 2018, https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5543356/Kampf-der-Videos_Das-ist-die-FPOeAntwort-auf-SPOeKurzfilm

Beleidigte Rechtsansprüche – ihre Logik und ihre Fehler

„Wer vom Klassenantagonismus und der Ursache von Arbeitslosigkeit in der Kapitalkonkurrenz nichts wissen will, wird Armut und Verwahrlosung den Betroffenen als ihre individuelle oder kollektive (Fehl-)Leistung zurechnen.“[1] Der Zusammenhang dieser unschönen Erscheinungen mit der bürgerlichen Gesellschaft wird also geleugnet, wenn man Armut und Verwahrlosung zum individuellen Versagen jener erklärt, die davon betroffen sind. Um diesen Zusammenhang zu leugnen, muss man den Armen ihre Armut zur Last legen. Genauso begibt sich auf die Suche nach Schädlingen der Nation, wer nicht zur Kenntnis nehmen will, dass diese nicht den Zweck hat, den Bedürfnissen der Bürger zu dienen, die sie vielmehr für ihre Machtentfaltung einspannt. Nationalismus ist daher die notwendige Folge des Anliegens, in der bürgerlichen Gesellschaft, die der Staat verwaltet, seinen Erfolg zu suchen. Weiterlesen

[1] Renate Dillmann/Arian Schiffer-Nasserie: Der soziale Staat. Über nützliche Armut und ihre Verwaltung, Hamburg 2018, S. 213

Die Verelendung der EU-Peripherie am Beispiel Griechenlands

Über die Spardiktate angesichts überschuldeter Staaten schreibt Amelie Lanier in ihrem neuen Buch: „Wenn in einem Land die Wirtschaftsleistung zurückgeht, die Kaufkraft einbricht und eine Bankrottwelle das Land überzieht, so würde eine geringe Staatsverschuldung daran auch nichts ändern. Es ist die Ökonomie selbst, die kapitalistisch erfolgreich sein muss, und das liegt an ihren Unternehmern, deren Kapitalgröße, deren Erfolgen im In- und Ausland und hat mit den Ausgaben des Staates einmal gar nichts zu tun.“[1] Es fragt sich also, was man mit Sparpaketen zu erreichen hofft, wenn man damit an der Ökonomie selbst doch nichts ändern kann. Es fragt sich also, was man mit Sparpaketen zu erreichen hofft, wenn man damit an der Ökonomie selbst doch nichts ändern kann. Weiterlesen

[1] Amelie Lanier: Über Geld und Kredit. Texte zu Finanzkrise und Eurorettung, Zell am See 2018, S. 166

 

Der aktuelle Bourgeoissozialismus

29. 8. 2018

Nachdem ich wegen meiner letzten beiden Bücher und der darin enthaltenen Kritik an Feminismus und Islam angefeindet worden bin,[1] sind vermutlich ein paar Klarstellungen angebracht. So halte ich Feminismus, insbesondere in der Form des Genderismus, und Multikulturalismus für eine Sackgasse der Linken. Diese kleinlichen, von Moralismus geprägten Bewegungen sind das Resultat falscher Urteile und Irrwege und sorgen damit dafür, dass Linke sich angreifbar machen, die mangels Gegenargumenten dem nichts als Beschimpfungen entgegenzusetzen haben. Weiterlesen

Nachricht  aus Bobo-Land

Eine Reaktion auf mein Buch über den Hass zeigt nur, wie notwendig dieses Buch ist: Hier die Stellungnahme unter dem Pseudonym „Leser“:

Leser on Juli 16th, 2018 at 11:17:

„Dieses Buch ist ein erschreckendes Zeugnis geistigen Verfalls. Loidolt kennt offensichtlich Feministen und Muslime nur über deren Karikierung in konservativen bis rechtsradikalen Postillen. Mit Houellebecq warnt er davor, dass linksliberale Toleranz noch zur Einführung des Kalifats in Europa führen kann. Feministen verbieten angeblich Männern, Sachen zu erklären und lehnen penetrativen Sex ab (so das Vorgängerbuch). Armer Georg! Im Ernst: Loidolt trifft weder Zweck und Praxis liberaler Toleranzgebote noch verbreitete Standpunkte unter Feministen. Er arbeitet sich an Stereotypen ab, die man aus der Kronen-Zeitung kennt. Weiterlesen

12 Stunden Arbeit pro Tag

Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit und acht Stunden Schlaf: Das ist eine Forderung der Arbeiterbewegung gewesen, mit der sie die Belastungen des Kapitals beschränken wollte. Und diese Forderung ist sehr bescheiden. Schließlich zielt sie nur darauf ab, von Lohnarbeit leben zu können und nicht spätestens mit 40 Jahren zusammenzubrechen oder wegen eines ausgezehrten Körpers vom Kapital ausgemustert zu werden, weil man dessen Leistungsanforderungen nicht mehr zu entsprechen vermag. Bei acht Stunden Freizeit fragt man sich, ob denn etwa die Arbeitsstätte nicht erst erreicht werden muss, ob also nicht die Notwendigkeit besteht, diese Freizeit für den Weg von und zur Arbeit aufzubringen. Des Weiteren bedarf es der Nahrungsbeschaffung durch Einkauf und Zubereitung von Lebensmitteln, der Körperpflege, der Reinigung der Wohnung und der Bekleidung, selbst das Essen erfordert Zeit und ist nicht nur ein Vergnügen, sondern ein Erfordernis zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Vielleicht haben die Arbeiter, die vor 200 Jahren mit dieser Parole angetreten sind, ihre Freizeit ja nicht als Reproduktionsarbeit wahrgenommen, weil diese damals vor allem von ihren Frauen durchgeführt wurde. Weiterlesen

Staatsverschuldung – Mythos und Wahrheit

Immer wieder ist die Behauptung zu vernehmen, dass unter der Führung von Bruno Kreisky der österreichische Staat sich übermäßig verschuldet habe. Unbestritten ist hierbei, dass die Staatsschulden in dieser Ära rasant gestiegen sind, allerdings ist dieses Phänomen nicht auf Österreich beschränkt, sondern trifft auf die gesamte Staatenwelt zu. Kreisky hat diese Verschuldung jedoch propagandistisch als Betreuung der Arbeiterschaft ausgegeben, indem er verkündete, dass ihm ein paar Millionen Schulden mehr lieber wären als ein paar Tausend Arbeitslose mehr. Da für solche Zwecke niemand in der bürgerlichen Gesellschaft Verständnis hat, wird ihm dies heutzutage zum Vorwurf gemacht. Würde man diese Selbstdarstellung Kreiskys jedoch als die Heuchelei ad acta legen, die sie schließlich war, so könnte man vielleicht auf den Gedanken kommen, dass der österreichische Staat damals genauso wie davor und danach zur Modernisierung seiner Volkswirtschaft Schulden gemacht hat. Deswegen war Österreich ja auch unter Kreisky nicht der einzige Schuldenmacher, sondern befand sich hierin in Übereinstimmung mit den übrigen Staaten. Weiterlesen

 

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